11. April 2025

Illutherm

Illutherm entwickelt eine Technologie zur Bereitstellung industrieller Prozesswärme, die ohne den Einsatz fossiler Energieträger auskommt. Statt auf Verbrennung setzt das Unternehmen auf blaue LEDs, mit denen Temperaturen von über 1400 °C innerhalb weniger Sekunden erreicht werden können. Dieses Verfahren zeichnet sich durch eine hohe Energieeffizienz und Geschwindigkeit aus – es ist bis zu 1000-mal schneller als konventionelle Methoden. Die Lösung ermöglicht eine saubere und zugleich wettbewerbsfähige industrielle Produktion.

Teilen auf

Wir haben uns mit dem Gründer Lukas Porz unseres Startup of the Year-Finalisten unterhalten:

1. Welches Problem wollt Ihr mit Illutherm lösen?

Wir dekarbonisieren industrielle Prozesshitze effizient und kostengünstig. Wir stellen Prozesshitze nicht durch die Verbrennung fossiler Energieträger bereit, sondern durch blaue LEDs. Mit dieser Sprunginnovation erreichen wir Temperaturen von über 1400 °C innerhalb von wenigen Sekunden. Das geht bis zu 1000-mal schneller und ist sehr effizient. Unsere Kunden können sauber produzieren und bleiben zeitgleich wettbewerbsfähig.

2. Wer steckt hinter der Idee? Erzähle uns von euch, was Ihr bislang gemacht habt und wie es zur Gründung kam.

Noch während seiner Unizeiten wollte Lukas, Co-Founder und CEO, Keramiken in Sekundenschnelle brennen. Eigentlich war es eine Nebenidee eines Nebenprojektes und hatte ein ganz anderes Ziel. Doch die 1000-fache Beschleunigung und der Fakt, dass es vor wenigen Jahren wegen fehlender Halbleitertechnologie noch technisch undenkbar war, ließ ihn nicht los. Er erkannte das riesige Potential der Innovation und die Idee zur Ausgründung war geboren!

3. Was sind die größten Stärken von Illutherm?

Unsere Stärken sind Entwicklungsgeschwindigkeit und Innovationskraft. In den vergangenen zwei Jahren konnten wir unseren ersten Prototypen bereits sechs Mal weiterentwickeln und sowohl technisch als auch hinsichtlich seiner Leistungsfähigkeit optimieren. Unsere Technologie ist schnell und vielseitig einsetzbar, woraus eine hohe Testgeschwindigkeit resultiert. Dadurch können wir potenzielle Anwendungsfelder schnell untersuchen und frühzeitig eine Aussage über die technische Machbarkeit treffen.

4. Wie geht es mit deinem Startup weiter? Wie sehen die kurzfristigen und langfristigen Schritte aus?

Unsere Vision ist es, große Industrieanlagen durch kompakte LED-Öfen zu ersetzen. In den kommenden drei Jahren wollen wir den Reifegrad unserer Technologie heben und einen vielseitig einsetzbaren Piloten entwickeln. Dieser soll industrienah erprobt und bis Ende 2028 in einen Vollastbetrieb überführt werden. Jetzt stellen wir erst einmal neue Mitarbeiter ein und bauen ein starkes Team auf!

5. Von den Höhe- und Tiefpunkten einer Gründung: Wie lautet deine größte Lessons Learned?

Relationships need to be stronger than your fuck-ups. Die Investition in Arbeitsbeziehungen zahlt sich insbesondere dann aus, wenn man selbst etwas nicht perfekt gemacht hat oder spontan Veränderungen treffen muss. Danke an alle, die diesen Weg mit uns gehen!

6. Welches Buch oder Tool siehst du als ein Must-Have für Startups?

Bleibt neugierig! Umsetzen, Testen und Lernen sind das Mindset für Innovationskraft und Entwicklungsgeschwindigkeit. Das geben wir auch unseren Mitarbeitern mit an die Hand. Wir folgen auch den 5-Engineering-Steps. Dabei wird zunächst etwas unkonventionell die Fragestellung hinterfragt, bevor ein Prozess optimiert wird.

7. Bitte vervollständige folgenden Satz: FrankfurtRheinMain ist für mich….

Ein Drehkreuz, an dem wir perfekt aufgehoben sind.

8. Wie unterscheidet sich eure Technologie in Bezug auf Energieeffizienz und CO2- Emissionen von herkömmlichen Brennöfen? Welche Auswirkungen könnte das auf die Industrie haben?

Durch Bestrahlung mit blauem Licht tragen wir die erforderliche Energiemenge zur Erwärmung nur in das Werkstück und nicht in die Umgebung ein, wie beim herkömmlichen Brennofen. Das macht den Prozess sehr effizient. Mit dem Einsatz von grünem Strom können Emissionen gänzlich reduziert werden. Dies wirkt sich durch den steigenden CO2-Preis direkt auf Produktionskosten und die Wettbewerbsfähigkeit aus.

9. Gibt es neben Keramik, Stahl und Zement noch andere Materialien, die ihr mit eurer Methode behandeln könnt? Welche neuen Anwendungsmöglichkeiten ergeben sich daraus?

Wir können viele Festkörper schnell und einfach durch intensive Bestrahlung erhitzen. Hundertfach schnellere Testgeschwindigkeiten erlauben es, Entwicklungen in kurzer Zeit umzusetzen. So kann eine kurze Time-to-Market erreicht werden. Auch der Kreativität wird Freiraum gegeben, um neue Ideen zu testen. Wir haben schon mehrere Dutzend Materialien getestet und mit Kunden aus ganz Deutschland Vorarbeiten geleistet.

 

Weiterführende Links:

Website Illutherm 

LinkedIn Illutherm 

Im Gespräch mit Lukas von Illutherm

Weitere Stories

Jetzt an der Startup-Umfrage 2025 teilnehmen und das nächste Jahr mitgestalten