Wir haben uns mit den drei Gründern Ansgar Thilmann, Georg Martin und Tobias Schirra unseres Startup of the Year-Finalisten unterhalten:
1. Welches Problem wollt Ihr mit HCP Sense lösen?
Pumpen, Kompressoren, Ventilatoren, das alles sind Produkte, die das ganze Jahr 24 Stunden am Tag laufen müssen. Speziell hier im Raum Frankfurt kennt jeder den Flughafen, die Bankentürme und Rechenzentren, die von diesen Produkten abhängig sind. Das Problem wird vor allem an der zahl deutlich, dass Pumpen in Europa so viel Energie verbrauchen wie Italien und 33 Mrd. € an Wartungskosten nur in Europa verursachen. Beides sind riesige Hebel, die wir mit unserem Produkt einem Sensor drehen werden. Mit unserem Sensor können diese Maschinen im Optimum betrieben werden, was die Lebenszykluskosten um mindestens 24% reduziert.
2. Wer steckt hinter der Idee? Erzähle uns von euch, was Ihr bislang gemacht habt und wie es zur Gründung kam.
Georg und Tobias haben an der TU Darmstadt geforscht und in dieser Zeit war das Ziel eines Projekts Schäden in Bahnanwendungen zu überwachen. Nachdem Das Projekt bearbeitet war, saßen beide abends zusammen und hatten die Idee, auf zusätzliche Sensorik zu verzichten und direkt das zugehörige Lager zu überwachen. Das war der Startschuss, um die Technologie voranzutreiben. Beide konnten daraufhin ihre Forschung in diesem Thema vertiefen und haben parallel zu Ihrer Promotion den EXIST Forschungstransfer beantragt, eine Förderung des Bundeswirtschaftsministeriums zur Unterstützung für Gründungen aus der Hochschule. Damit war HCP Sense geboren.
3. Was sind die größten Stärken von HCP Sense?
Unsere größte Stärke ist, dass wir von Anfang an unseren Sensor in Kundenprojekten weiterentwickelt haben. So haben wir uns immer dahin weiterentwickelt, was der Kunde wirklich wollte und wofür er bereit war Geld zu investieren. Dem Startup-Motto, dass man sich für sein ersten Produkt schämen muss, können wir also auch folgen. Aber früh mit dem Produkt an den Markt zu gehen und Kundenfeedback zu bekommen ist auch unserer Sicht ein zentraler Weg zum Erfolg.
4. Wie geht es mit deinem Startup weiter? Wie sehen die kurzfristigen und langfristigen Schritte aus?
Anfang des Jahres haben wir eine Finanzierungsrunde abgeschlossen, mit der wir dieses Jahr unseren Sensor auf Industrieniveau weiterentwickeln, um uns nächstes voll auf die Markteinführung zu konzentrieren. Langfristig wollen wir Maschinen effizienter machen und uns nach den Pumpen, Ventilatoren und Kompressoren weitere Märkte erobern, denn Lager sind in jeder Maschine.
5. Von den Höhe- und Tiefpunkten einer Gründung: Wie lautet deine größte Lessons Learned?
Die eine Lessons-Learned haben wir nicht. Für mich persönlich ist aber wichtig rede mit deinen Kunden und wenn sie dein Produkt oder den Mehrwert nicht verstehen, dann liegt es nie an fehlendem Verständnis, sondern immer daran, dass man selbst sein Produkt nicht so verstanden hat, dass man es einfach erklären kann.
6. Welches Buch oder Tool siehst du als ein Must-Have für Startups?
Zu Tools habe ich eine klare Meinung, Tools sind austauschbar. Wer sie nicht richtig nutzt, kann auch mit den besten Tools keine guten Ergebnisse erzielen. Deswegen ist der Prozess wichtig. Bücher die ich im Empfehlen kann sind Lean Startup und Scaleup.
7. Bitte vervollständige folgenden Satz: FrankfurtRheinMain ist für mich….
…ein wichtiges Wirtschaftszentrum Deutschlands, wo man von Industrie über Forschung zu Finanzwirtschaft alle wichtigen Bereiche an einem Ort hat.
8. Wie skaliert ihr eure sensorbasierten Lösungen für unterschiedliche Industriezweige und welche Herausforderungen seht ihr dabei?
Unser Vorteil ist, dass die Elektronik und die Algorithmen für alle Anwendungen gleich sind wir müssen nur den Sensorkörper auf die verschiedenen Anwendungen anpassen. Das heißt ein minimaler Aufwand für jede Anwendung wird immer gegeben sein, sofern unsere Standardgrößen nicht passen. Da wir aber Anwendungen mit großen Stückzahlen haben, stellt es eine Herausforderung aber kein Hindernis für die Skalierung in unterschiedliche Branchen dar.
9. Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz in eurer Predictive Maintenance-Technologie und wie entwickelt ihr diese weiter?
Ich denke es führt kein Weg mehr an künstlicher Intelligenz vorbei nahezu unabhängig von der Anwendung. Auch wir nutzen bei der Auswertung der Rohdaten hin zu hochwertiger Information für den Kunden, die am Ende deren Nutzen ist, künstliche Intelligenz. Wir arbeiten daran immer mit den neusten Tools aus dem Datenschatz unserer Sensoren den Mehrwert für unsere Kunden immer weiter zu steigern.
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