22. Juli 2026

Finalist Startup of the Year 2026: FlyPix AI

FlyPix AI entwickelt eine KI-gestützte Software, die Luft- und Satellitenbilder automatisch auswertet. Unternehmen und Behörden können so große Gebiete schnell und kosteneffizient analysieren, Veränderungen in Infrastruktur oder Umwelt erkennen und Entscheidungen auf Basis klarer, georeferenzierter Daten treffen – ohne eigene Geodaten- oder KI-Expertise.

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Wir haben uns mit dem Gründer-Team von FlyPix AI, bestehend aus Dr. Sergey Sukhanov & Dr. Ivan Tankoyeu unterhalten:

1. Welches Problem möchtet ihr mit eurem Startup lösen – und warum ist jetzt gerade der richtige Zeitpunkt dafür?

Unser Planet verändert sich schneller, als wir ihn verstehen können. Klima, Biodiversität und die Auswirkungen menschlicher Aktivitäten sind permanent im Wandel. Bei FlyPix AI verwandeln wir Erdbeobachtungsdaten in echte Entscheidungsgrundlagen. Wir helfen Unternehmen und Organisationen unterschiedlichster Branchen dabei, zu sehen, zu messen und zu verstehen, was auf der Erde passiert – überall auf der Welt und zu jedem Zeitpunkt.

2. Wer steckt hinter der Idee? Erzählt uns von euch: euren Hintergründen, eurem Weg zur Gründung und dem Moment, in dem klar wurde, dass ihr FlyPix AI starten wollt.

Hinter FlyPix AI stehen zwei technische Gründer, die bereits viele Jahre eng zusammengearbeitet haben – zunächst als Data Scientists, später als AI-Berater. In dieser Zeit haben wir nicht nur zahlreiche Projekte umgesetzt, sondern auch gemerkt, dass wir dieselbe Vision teilen: KI dort einzusetzen, wo sie echten Mehrwert schafft.

Ein entscheidender Wendepunkt waren internationale Data-Science-Wettbewerbe, an denen wir regelmäßig teilgenommen haben. Aus Neugier haben wir uns irgendwann an Challenges im Bereich Fernerkundung und Satellitenbildanalyse gewagt. Was als Experiment begann, entwickelte sich schnell zu echter Expertise. Schon bald setzten wir dieses Know-how in anspruchsvollen Kundenprojekten ein und erkannten das enorme Potenzial dieser Technologie.

Irgendwann wurde uns klar: Das sollte nicht bei Beratung bleiben. Der Markt braucht eine skalierbare Lösung, die Geodaten für jede Organisation zugänglich macht – und wir hatten das Team und das Know-how, sie zu bauen. Genau daraus ist FlyPix AI entstanden.

3. Was sind aus eurer Sicht die größten Stärken eures Startups – technologisch oder im Team?

Für mich ist die Antwort ganz klar: Menschen. Jede Technologie, jede Innovation und jede erfolgreiche Strategie entsteht am Ende durch die Menschen, die dahinterstehen. Deshalb ist das wichtigste Kapital eines Unternehmens immer das Team. Das gilt auch für FlyPix AI. Wir sind stolz auf unsere Technologie – aber sie ist nur so gut wie die Menschen, die sie entwickeln, ständig hinterfragen und jeden Tag besser machen.

4. Wie geht es mit eurem Startup weiter? Welche nächsten Schritte plant ihr kurz- und langfristig?

Kurzfristig konzentrieren wir uns darauf, unsere Marktpräsenz weiter auszubauen und unser Wachstum konsequent zu skalieren. Der Markt, in dem wir uns bewegen, ist hochdynamisch und hart umkämpft. Langfristig sind wir überzeugt, dass es zu einer Konsolidierung kommen wird. Unser Anspruch ist dabei klar: Wir wollen diese Entwicklung aktiv mitgestalten – nicht als Zuschauer, sondern als eines der Unternehmen, das den Markt prägt.

5. Gründen bedeutet auch Höhen und Tiefen. Was war eure wichtigste Lessons Learned bisher?

Resilienz und Fokus. Als Gründer erlebt man zwangsläufig Höhen und Tiefen. Entscheidend ist, sich immer wieder auf das zu konzentrieren, was einen wirklich voranbringt, und konsequent an der eigenen Vision festzuhalten. Das Wichtigste, was ich gelernt habe: Jede schwierige Phase geht vorbei. Wenn man den Blick nach vorne richtet und auch in herausfordernden Zeiten bewusst die positiven Entwicklungen wahrnimmt, gewinnt man die Energie, weiterzumachen. Genau diese Haltung hat uns bisher durch jede schwierige Phase getragen.

6. Welches Buch, Tool oder Framework ist für euch ein absolutes Must-Have für Gründerinnen und Gründer – und warum?

Um ehrlich zu sein: Das eine Erfolgsrezept für Start-ups gibt es nicht. Ich glaube weder an den einen perfekten Prozess noch an das eine Framework, das Erfolg garantiert. Natürlich gibt es Best Practices, und es lohnt sich, sie zu kennen. Noch wichtiger ist aber, die typischen Fehler zu verstehen und zu vermeiden.

Was sich allerdings klar beobachten lässt: Manche Start-up-Ökosysteme bringen deutlich häufiger erfolgreiche Unternehmen hervor als andere. Von diesen Ökosystemen zu lernen und ihre Denkweise zu verstehen, ist aus meiner Sicht eine der sinnvollsten Investitionen.

Unsere eigene Herangehensweise ist stark von unserem Hintergrund in der Data Science geprägt: Wir experimentieren schnell, treffen Entscheidungen datenbasiert und hinterfragen kontinuierlich unsere Annahmen. Das ist kein Patentrezept, aber für uns funktioniert genau dieser iterative Ansatz am besten.

7. Bitte vervollständigt den Satz: „FrankfurtRheinMain ist für mich …“

… unsere Heimatregion: ein Ökosystem, in dem Wirtschaft, Industrie und Forschung eng miteinander verbunden sind. Genau dieses Umfeld bietet die richtigen Voraussetzungen, um ein internationales Unternehmen aufzubauen und nachhaltig wachsen zu lassen.

8. Ihr bedient Branchen von Bau über Landwirtschaft bis Smart Cities – welche Branche treibt eure Produktentwicklung aktuell am stärksten?

Unsere Plattform ist von Grund auf branchenübergreifend konzipiert. Dieselbe KI-Technologie schafft Mehrwert in den unterschiedlichsten Anwendungsfeldern – von Landwirtschaft und Energie bis hin zu Behörden und Smart Cities. Derzeit geben jedoch drei Bereiche die Richtung unserer Produktentwicklung vor: Asset Management, Versicherungen und Bau. Ihre Anforderungen an Präzision, Skalierbarkeit und Geschwindigkeit definieren, wohin sich unser Produkt als Nächstes entwickelt.

9. Ihr seid Teil von Programmen wie ESA BIC, AWS GenAI Launchpad oder InsureLab – welcher dieser Partner hat eure Entwicklung bisher am meisten geprägt und wie?

Wir haben von verschiedenen Förder- und Accelerator-Programmen profitiert. Den größten Beitrag zu unserem Wachstum hat jedoch das Ökosystem der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) geleistet – zunächst durch das ESA BIC in Darmstadt und zuletzt durch das ESA Business Accelerator Germany, das wir gerade erfolgreich abgeschlossen haben.

Für Space-Tech-Start-ups – und ganz besonders für uns – gehört dieses Ökosystem zu den stärksten in Europa. Es bietet nicht nur Zugang zu Technologie und exzellenter Fachexpertise, sondern auch zu einem einzigartigen Netzwerk und der Glaubwürdigkeit, die gerade in der frühen Wachstumsphase entscheidend sein kann.

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